Studie zur Digitalisierung in der Logistik

Angst & Hoffnung: Logistik 4.0 – Wo steht die Branche?

Um ein Stimmungsbild der Logistikbranche und deren Haltung zur Digitalisierung zu ermitteln, hat der Digitalverband Bitkom (Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e. V.) eine Studie erstellt. 514 Logistikunternehmen ab 50 Mitarbeitern nahmen daran teil. Es zeichnen sich klare Trends ab, die die Auswirkung der Digitalisierung in ein neues Licht rücken.

Der Stellenwert von Digitalisierung in der Logistik

Wie wichtig ist die Aufgabe Logistik Digitalisierung?

Die Branche bebt und Digitalisierung bringt den Seismografen ganz schön in Bewegung. Neben steigenden Treibstoffpreisen und hohen Mautkosten stellt vor allem die Digitalisierung eine Vielzahl der Logistik- und Transportbetriebe vor enorme Herausforderungen. Bei der Frage „Was sind die aktuell größten Herausforderungen im Bereich Logistik für Ihr Unternehmen?“ landet die Aufgabe „Digitalisierung der Logistik“ mit 79 % an dritter Position. Nur steigende „Treibstoffkosten“ (91 %) und „Mautkosten“ (82 %) sind größere Herausforderungen für Logistiker.

Selbst die Herausforderungen „Fehlende Fachkräfte“ und „Standortnachteile gegenüber ausländischen Wettbewerbern“ wurden als weniger relevante Aufgaben auf die Plätze 4 und 5 verwiesen.

Hier ist Digitalisierung schon Alltag:

Logistiker können auf sehr individuelle Weise von digitalen Anwendungen profitieren. Aber vor allem Warehouse-Management-Systeme (74 %) und Sensortechnologien (56 %) sind vielerorts schon Teil der Abläufe und Arbeitsprozesse oder akut geplant. Hier gehen Digitalisierung und Logistik bereits Hand in Hand. Weitere digitale Themen sind zwar bereits durchaus verbreitet, spielen aber flächendeckend noch keine Rolle in Logistikunternehmen. Insbesondere dort, wo physische Aufgaben, wie bei „Fahrerlosen Staplersystemen“ (21 %) oder „Lagerrobotern“ (17 %), ist der Verbreitungsgrad noch relativ gering.

Der Fahrplan für die Zukunft

Digitalisierung Logistik, das muss bald kommen.

Spitzenreiter bei den geplanten Maßnahmen sind „Elektronische Frachtbegleitdokumente“ (bei 30 % der Unternehmen geplant) und die Verwendung von Tablets/Smartphones (26 %) im Lager. Beides Fälle, die wir als Unternehmen derzeit häufig und auch immer ähnlich mit bewährten Lösungen optimieren; alles rund um digitale KEP-Prozesse. Eines ist in der Studie sehr auffällig: Beide Maßnahmen haben den gleichen Effekt. Sie tilgen dokumentgetriebene Aufwände. Mobiler Zugriff, automatisierte Prozessverwaltung und volldigitale Dokumentenaufbewahrung stehen deshalb ganz oben auf der digitalen Wunschliste von Logistikern.

Auch abstraktere Themen wie KI (71 % der Befragten) oder Big Data Analytics (41 %) will man in naher Zukunft nutzen. Ebenfalls steht die Verarbeitung von Informationen zur vorausschauenden Wartung (25 %) auf dem Programm. Überblick und Kontrolle stehen klar im Fokus.

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… und was erhofft die Branche sich davon?

Was Unternehmen sich davon versprechen? Das fällt je nach Digitalisierungsgrad und der anstehenden digitalen Agenda sicher sehr unterschiedlich aus. Aber letztlich bringt die Digitalisierung einige Vorteile mit sich. Ob es um die Erweiterung der bestehenden digitalen Anwendungen geht oder um zukünftig geplante Anschaffungen – zu den fünf größten Vorteilen digitaler Anwendungen in der Logistik zählen Unternehmen Folgendes:

Vorteile der Digitalisierung:

In einer Sache sind sich fast alle Logistiker einig:

Der Plattformgedanke setzt sich durch

Eine zentrale Erkenntnis der Studie: Ganze 76 % der Befragten sehen in Plattformen die Technologieform, die in 10 Jahren ihr Unternehmen prägen werden. Digitale Plattformen, die freien Lagerplatz oder Platz im Container ermitteln und anbieten, sind bereits bei 23 % im Einsatz und stehen bei weiteren 42 % (!) als potenzielles oder fest geplantes Thema auf der Agenda. Bei solch flächendeckenden Technologietrends muss der Wettbewerb davon ausgehen, dass sich Plattformen mittelfristig als neue Standards etablieren werden.

Plattformen sind ab einer gewissen Unternehmensgröße und Prozesskomplexität die bessere Wahl. Denn anders als Insellösungen bzw. starre Produkte sind sie nachträglich gut konfigurierbar, simpler um zusätzliche Anwendungen zu erweitern und vor allem können andere Abteilungen schneller und vergleichsweise günstig von derselben Plattform profitieren. Bei einer langfristigen Zukunftsplanung haben Plattformen daher meistens die Nase vorn. Ein paar Gedanken dazu finden sie hier.

Zeitersparnis durch digitalen Rechnungseingang-1024x854

Eine Beispielrechnung zum digitalen Rechnungseingang

Ein Rechnungsbeispiel: Bei wöchentlich 150 Eingangsrechnungen und 3 Minuten pro Rechnung fällt allein fürs Erfassen – ohne Prüfung, Ablage, Verteilung etc. – ein Tag pro Woche bzw. fallen 7,5 Stunden weg. Werthaltige Arbeit sieht anders aus.

Mit digitalem Rechnungseingang und elektronischen Rechnungen benötigen Sie zum Erfassen, Prüfen, Ablegen und Verteilen nur etwa 1 Stunde und 15 Minuten (30 Sek. pro Dokument).

In die Zukunft investieren heißt eigene Mitarbeiter fördern

Digitales Fachpersonal wird immer wichtiger

Hier spricht die Logistikbranche mit einer Stimme: 80 % geben in der Studie an, dass das Fachpersonal mit der entsprechenden Weiter- bzw. Ausbildung rund um Digitalisierung in der Logistik enorm aufgestockt werden muss. Klar, es werden immer weniger mühsame, repetitive Aufgaben zum Alltag gehören. Da ist man sich auch einig. Für 67 % der befragten Unternehmen steht außer Frage, dass durch Digitalisierung in der Logistik Beschäftigte künftig weniger einfache Tätigkeiten verrichten werden. Auf der anderen Seite verlangen neue Aufgaben neue Jobpositionen und somit das passende Personal.

Weiterbildung – der Branchenkanon