Förderung Digitalisierung

Grow Digital Blog // 09.10.2019 // 6 Minuten Lesezeit // Matthias Eltges

 

„Was umsonst ist, das taugt auch nichts!" Das stimmt gestern wie heute. Deshalb steckt hinter Förderung Digitalisierung auch keine offene Förderpauschale für alles und jeden. Aber es ist auch bei Weitem nicht so kompliziert, an Fördermittel für Digitalisierungsvorhaben zu kommen, wie die meisten vermuten. Vor allem für gewinnbringende Innovationstreiber, bspw. für die Digitalisierung von Geschäftsprozessen via ECM- oder DMS-Software, sind verschiedene Förderungen gut zugänglich. Matthias Eltges hat seine Erfahrungen aus der Welt der „digitalen Fördermittel" für Sie zusammengetragen und einige hilfreiche Tipps gesammelt.  Welche Formate gibt es und wie gelangen Sie an Fördermittel. Er liefert auch eine Antwort auf die Frage, wieso Bund und Länder so energisch ihr Geld unter die Leute bringen wollen.

Digitalisierungsvorhaben durch den Staat fördern lassen?

Ist bestimmt kompliziert – ist es nicht!

Wenn ich früher das Stichwort „staatliche Förderung“ von irgendwelchen bürgerlichen oder in unserem Fall betrieblichen Vorhaben gehört habe, war das für mich oftmals eher eine Art „Werbung“ für die aktuelle Regierung.

Einfach war das alles nicht – oftmals war die Freigabe einer Förderung mit so vielen Hürden verbunden, dass man diese gar nicht in Anspruch nehmen wollte oder man hat kleinliche Voraussetzungen nicht erfüllt hat und konnte somit auch nicht teilnehmen. Denken Sie mal ans BAföG oder später dann die Eigenheimzulage. Und nun eben Förderung für Digitalisierung.

Als ich von den Förderungen im Bereich der Digitalisierung (wozu natürlich auch digitales Dokumentenmanagement zählt) zum ersten Mal gehört habe, ging es mir offen gesagt genauso. Bestimmt ist das für meine Kunden nicht interessant, bestimmt müssen x Formulare ausgefüllt werden, bestimmt gibt es irgendwelche Voraussetzungen im Kleingedruckten, die meine Kunden und Interessenten nicht erfüllen ...

Ich gebe zu: Ich wurde eines Besseren belehrt, und zwar deutlichst!

Am Anfang war ich noch sehr skeptisch, aber vor etwa 3 Jahren hörte ich von einem Digitalisierungsgutschein in NRW und das Antragsverfahren klang tatsächlich einfach. Ok, testen wir das mal – ich empfahl das Programm einem mittelständischen, ca. 150 Mitarbeiter großen Interessenten. Ein zweiseitiger Antrag mit wirklich nur groben Beschreibungen des Vorhabens konnte innerhalb von nur 30 Minuten ausgefüllt und versendet werden. Ich hatte das Thema ehrlich gesagt schon wieder aus meinem Kopf gestrichen, aber nach nur 4 Wochen rief mich mein Interessent an, der mit Freude verkündete, sein Antrag wäre freigegeben und das Projekt würde mit sage und schreibe 50% (!!!) der Auftragssumme durch den Staat gefördert – wir könnten umgehend starten!

Sie können sich sicher vorstellen, wie sehr wirklich ich überrascht war und gleichzeitig hocherfreut, dass es nun beiden Seiten, dem Kunden und uns, so einfach gemacht wurde, ein Projekt zu starten. Endlich eine Förderung für Digitalisierung, die dem Unternehmen dabei half, den nächsten Schritt in die Welt moderner Arbeitsprozesse zu gehen.

Der Katalog zu digitalen Förderprogammen

Wir haben für Sie einen Katalog erstellt, in dem Ihre wichtigsten Förderprogramme detailliert aufgelistet werden. Darin bekommen Sie unter anderem Antworten auf die Fragen:

  • Welches Programm gibt's in meinen Bundesland?
  • Wie groß darf ein Unternehmen sein?
  • Welche Fördersumme ist abrufbar?

 

Welche Fördermöglichkeiten für Digitalisierung existieren?

Direkt vorab: Es gibt diverse Möglichkeiten zur Förderung für Digitalisierungsprojekte, die auch noch von Bundesland zu Bundesland verschieden sind. Hört sich doch nach Hürde an? In diesem Fall nicht, denn in der Regel ist für Ihr Haus nur das Bundesland zuständig, in dem Sie Ihren Hauptsitz haben. Und in dem Bundesland sollten Sie sich kundig machen – oder Sie schauen in unseren Katalog und sprechen uns anschließend einfach an.

Grundsätzlich unterscheiden sich die Fördermöglichkeiten für Digitalisierung in zwei Arten.

Förderung Digitalisierung, Typ Digitalisierungsgutschein

Es gibt bares Geld bei verschiedenen Programmen, wie bspw. beim Digitalgutschein vom Projektträger Jülich in NRW, an dem ich mich im folgenden Beispiel orientiere. Hier werden Projekte zur Digitalisierung gefördert, indem staatliche Gelder zur Verfügung gestellt werden – im Übrigen auch mein Lieblingsprogramm.

Hier müssen Sie bestimmte Voraussetzungen erfüllen, wie bspw., dürfen nicht mehr als 250 Mitarbeiter beschäftigt sein und nicht mehr als 43 Mio. Eoru in der jährlichen Bilanzsumme ausgewiesen werden.

Ist dies der Fall – und die meisten Unternehmen in Deutschland fallen darunter (also auch keine Hürde) –, können verschiedene Maßnahmen in unterschiedlicher Höhe gefördert werden. Beim Digitalgutschein bspw. für die Analyse und Beratung bis zu 10.000 Euro und für die Projektumsetzung noch mal bis zu weitere 15.000 Euro – gutes Geld, für das man nicht viel tun muss.

By the way: Sie sehen, auch einige Förderer halten es für sinnvoll, nicht einfach ein Produkt zu kaufen, sondern zunächst mal den Bedarf zu beleuchten und darauf basierend eine Entscheidung zu treffen (hier mehr erfahren).

Weiterführende Infos zu diesem Beispiel finden Sie hier:

https://www.ptj.de/projektfoerderung/mittelstand-innovativ/innovationsgutscheine

Und hier die Voraussetzungen: https://www.ptj.de/lw_resource/datapool/systemfiles/cbox/3793/live/lw_bekdoc/ig_dg_f-C3-B6rderbedingungen_20190703.pdf

Förderung Digitalisierung, Typ Kredite

Die zweite Möglichkeit, an verhältnismäßig günstiges Geld zu kommen, sind Förderprogramme der KfW. Hier sind weitaus größere Beträge möglich, die aber (leider) zurückerstattet werden müssen. Allerdings würde ich das hier nicht erwähnen, wenn sie nicht einen großen Pluspunkt hätten. Hier kann Kapital zu einem vergünstigten Zinssatz als Kredit aufgenommen werden und die Unternehmen dürfen viel größer als beim oben beschriebenen Gutschein sein (bis zu 2 Mrd. Jahresumsatz). Förderungen für Digitalisierung sind natürlich nicht einzig auf KMU beschränkt. Bei diesem Förderformat können bis zu 70% der Aufwände (max. 100 Mio Euro) durch die KFW vorfinanziert werden. Nicht schlecht, wie ich finde. Und damit lassen sich natürlich auch sehr große Wandlungen erreichen, um ein für alle Mal für die nächsten Jahre Ruhe zu haben und sich zeitgemäß aufstellen zu können.

Hier geht’s zur Förderung:

https://www.kfw.de/inlandsfoerderung/Unternehmen/Innovation/F%C3%B6rderprodukte/KfW-Kredit-f%C3%BCr-Wachstum-(290)/

Wer verschenkt eigentlich freiwillig Geld?

Wenn Sie wüssten, wie es um uns steht ...

Sie sehen an wenige Zeilen oben, welche interessanten und simpel zu erschließenden Förderungen für Ihren digitalen Wandel bereitstehen. Meiner Meinung nach wird es auch höchste Zeit! Denn was Sie nun lesen, wird Sie möglicherweise überraschen und vielleicht ein Stück weit motivieren, zum Thema Digitalisierung etwas früher als geplant aktiv zu werden.

Folgender Gedanke: Niemand verschenkt gerne Geld oder leiht es günstiger, als er es müsste. Es stellt sich also völlig zu Recht die Frage: Wieso ist es auf einmal so simpel, Geld für ein solches Projekt „geschenkt“ oder vergünstigt zu bekommen? Einfach so? Sie erinnern sich: 30 Minuten und ein paar Seiten Antrag ausfüllen sorgten reichten bei einem unserer Kunden für eine 50%ige „Förderung der Digitalisierung". Hierfür muss es doch Gründe geben und wer sich einmal volkswirtschaftlich mit dieser Frage auseinandersetzt, findet schnell denkbare Antworten, die einerseits antreibend, aber andererseits auch beunruhigend sein können.

 

Wir verschlafen, wo andere hellwach sind!

Ich habe dazu meine eigene These. Uns geht’s in vielerlei Hinsicht zu gut, weshalb uns Anreize zum Wandel und Fortschritt fehlen. DMS Projekt? Digitalisierung von Geschäftsprozessen? Noch ein IT-Projekt? No, brauchen wir nicht, wir sind erfolgreich und darum brauchen wir nichts zu ändern. Ob großes oder kleines Unternehmen, ich höre das jeden Tag…

Wir sind erfolgreich, weil wir auf vielen Gebieten Technologieführer sind – mit den bewährten „guten deutschen Ingenieurskünsten“ im Land „der Dichter und Denker“. Das stimmt auch – oder zumindest stimmte. Denn nicht nur Technik ist für den Erfolg unserer Unternehmen entscheidend. Es hat auch was mit administrativen Kosten zu tun, für wie viel oder wie wenig Taler wir unsere Produkte anbieten können und damit im Wettbewerb bestehen.

Längst sind andere Länder auf den Digitalisierungszug aufgesprungen. Googeln Sie mal nach den Top 10 der Länder, die hier den größten Fortschritt erzielen. Dort sehen Sie dann die Skandinavier oder – was mich am meisten überraschte – sogar Israel. Deutschland taucht dort nicht mal auf. Wie konnte das passieren? Wir sind doch „Vorsprung durch Technik“, um nur einen Claim anzuführen, der für „made in Germany“ steht.

Ohne Digitalisierung bringt uns unser Technologievorsprung immer weniger.

Aber genau deshalb wird gehandelt. Dem Staat geht der A… auf Grundeis, man sieht seine Felle wegschwimmen. Die Wirtschaftsnation Deutschland könnte ihren Vorsprung verlieren, wenn wir es nicht schaffen, mit den anderen Ländern und deren Digitalisierungsgrad gleichzuziehen. Denn viele unserer Nachbarländer sind jetzt schon deutlich weiter – sie schaffen es, ihre administrativen Kosten erheblich zu senken! Damit setzen sie in Zeiten von Fachkräftemangel in den eigenen Teams wertvolle Arbeitszeit frei, die für produktive und damit „geldbringende“ Themen eingesetzt werden kann.

Im Moment merken wir das noch nicht, so meine These. Wir sind technologisch noch weit genug vorne, um selbst mit höheren Verkaufspreisen immer noch genügend Abnehmer zu finden – nicht ohne Grund sind wir Exportweltmeister.

Aber hier ist bereits schon lange ein Prozess in Gang getreten, der nicht mehr aufzuhalten ist – wie bspw. bei Amazon zu sehen, der den Einzelhandel immer weiter dezimiert. Und wenn andere Länder damit beginnen, deutlich günstiger zu produzieren, und dann auch noch technologisch aufholen? Dann wird es ruckzuck gehen, unsere Kunden wandern ab und wir werden vermutlich Jahrzehnte benötigen, um die verschlafenen Vorteile, die Digitalisierung mit sich bringt, wieder aufzuholen. Wann wir das aufgeholt haben werden ... who knows? Darüber hinaus sind „die anderen“ dann auch noch mal weiter, es ist also meiner Meinung nach völlig unklar, wie der Wirtschaftsstandort Deutschland in 10 bis 15 Jahren aufgestellt sein wird.

Wer mir bis hierhin folgen konnte, dem wird möglicherweise klar, warum der Staat durch Förderungen für Digitalisierung Geld verschenkt: Damit wir endlich beginnen, von unserem hohen Ross abzusteigen und uns dem Digitalisierungsthema zu öffnen. Ich kann verstehen, warum Sie sich davor drücken – es wird oft zu unklar vermittelt, was alles erreicht werden kann. Aber glauben Sie mir: Das Geld, das Sie investieren, erhalten Sie doppelt und dreifach zurück (oder erhalten mindestens Ihren Status quo) UND Sie erhalten deutlich schnellere Prozesse. Es gibt x potenzielle Themen in Ihrem Haus – das birgt aber noch mal genug Stoff für einen weiteren Artikel ...

Mit (staatlicher) Förderung Ihre ideale digitale Lösung finden

Wie gut, dass es die TGC gibt, die Sie konsequent und gezielt durch diesen Prozess führt. Kommen Sie auf uns zu – wir helfen Ihnen bei diesem Vorhaben und klären Sie über die Möglichkeiten der Digitalisierung und natürlich auch möglicher Förderungen auf.

Ich freue mich auf Sie!

Matthias Eltges
Expert Digital Solutions TGC